Waldleben

Kein Lebensraum erlebt derzeit einen so starken Wandel wie der Wald. Er wird ohnehin zu intensiv bewirtschaftet, die Bäume überwiegend gleichalt in Plantagen und obendrein zumeist nicht standortgerechte Holzäcker aus Nadelbäumen, die Umtriebszeiten sehr kurz, gemessen am möglichen Alter der meisten genutzten Baumarten. So ist eine Buche mit 100 Jahren schon "Altholz", obwohl sie gut und gerne 300 Jahre alt werden kann. Eichen mit 100 Jahren sind ebenfalls "Altholz" - von Natur aus kann eine Eiche aber bis zu 800 Jahre und älter werden. Die Bäume in den meisten Wäldern sind daher allenfalls in der "Pubertät", auch wenn man sie Altholz nennt...das wirkliche Altholz, oder wissenschaftlich die "Altholz- und Zersetzungsphase" des Waldes, die auch dank ihrer jahrhundertelangen Kontinuität für so unendlich viele Arten des Waldes eine große Rolle spielt und für uns Menschen eine unerschöpfliche Quelle der Fantasie ist - weitgehend Fehlanzeige!
Mittlerweile bei nahezu jedem Wetter wird mit schwerem Gerät gewirtschaftet, auch wenn der Waldboden sehr nass und weich ist, was zu irreparablen Schäden des Bodens führt. Man will den Ertrag erzwingen, gegen die Natur. Einmal mit schwerem Gerät über einen Bestand des Türkenbundes drüber und er ist dort auf Jahrhunderte weg.  Ein so verdichteter Boden kann kein Wasser mehr halten, das so wichtige Bodenleben ist außerdem zerstört. Aber alle 20m muss mit schwerem Gerät eine Rückegasse in den Wald gefahren werden, die genau das macht. Den Boden zerstören und alles, was darin lebt. nach Untersuchungen liegt der Flächenanteil verdichteter Waldböden auf den jüngst geräumten Sturmwurfflächen bei 17-20% der Fläche! Das passiert, wenn der Wald von den Verantwortlichen nurmehr als Ertragsquelle gesehen wird.
Alte Bäume, und die sind nicht nur fotographisch am interessantesten, muss man dagegen suchen wie die Nadel im Heuhaufen. Alte dicke Bäume gibt es fast nur noch in Parkanlagen und Reservaten wie dem alten ("Ur-wald") auf der Sababurg (eigentlich eine alte Viehweide) und anderen oftmals viel zu kleinen Altholzbeständen, gerne "Naturwald" genannt, nicht aber im dominierenden Wirtschaftsforst. 

Die Naturschutzbemühungen im Wald erreichen nicht im Ansatz die gesteckten Ziele der Bundesregierung für Naturwald in Deutschland. Kurz gesagt: alles viel zu klein, um das natürliche Potential des Waldes und seiner Lebensgemeinschaften zu erhalten.

Der Klimawandel wäre das kleinere Problem, wenn der Wald nicht übernutzt, mit den falschen Baumarten bestockt, entwässert und sein Boden verdichtet würde - und das mindestens seit Jahrzehnten - Nachhaltigkeit im Sinne der Erhaltung von Lebensräumen für die Zukunft sieht anders aus!  Mit dem Klimawandel könnte ein naturnaher vom Menschen nicht hart bewirtschafteter Wald besser fertig werden. Die hier gezeigten Lebensgemeinschaften sind von Natur aus sehr robust, sie haben Jahrtausende überstanden mit vielfachen natürlichen Störungen und auch Beeinträchtigungen und enormen Klimaveränderungen. Gegen schwere Maschinen aber haben Bechsteinfledermaus, Türkenbund und all die anderen Arten des Waldes keine Chance. Und außerdem fehlen die Weidetiere (Megaherbivoren), die den Wald erst wirklich natürlich machen würden. Ohne den Einfluss der von Natur aus vorhandenen großen Weidetiere ist das, was vielerorts "Naturwald" genannt wird, nur die "halbe Wahrheit".

Waldleben

Nymphenfledermaus, Walkenried

Wildkatze im Solling

Cephalanthera damasonium

Gelber Eisenhut

Mopsfledermaus

Bärlauchwald

Grasfrosch

Steinmarder

Frauenschuh

Leberblümchen

Fraenschuh

Waldbrettspiel (Pararge aegeria)

Fransenfledermaus

Frauenschuh

Bechsteinfledermaus

Buchfink

Bärlauch

Rotkehlchen

Leberblümchen

Waschbär

Buchwindröschen (Anemone nemorosa)

Bechsteinfledermaus

Märzenbecher

Kaisermantel

Kaisermantel

Kleiner Eisvogel (Limenitis camilla)

Kleiner Eisvogel (Limenitis camilla)

Türkenbund - manchmal dauert ein Bild. Eine Wche jeden Tag musste ich kommen, bis das Licht und die Blüte soweit waren. Ein Tag später und Rehe hätten auch diese Blüte gefressen.

Schuppenwurz

Crataegus laevigata - in den Wäldern Süd-Niedersachsens hier und da anzutreffen (fast ganzrandige Blätter), aber in keiner einzigen Hecke! Dort steht nur zumeist gepflanzte Baumschulware (Crataegus monogyna).